Alle Angaben ohne Gewähr.

Quelle: Ausschuss für Arbeitsstätten – ASTA-Geschäftsführung – BAuA – www.baua.de

Herausgeber
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
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Stand: Juni 2019

1. Chemische Beständigkeit, DIN EN ISO 10545-13

Beständigkeit gegen Haushalt-
chemikalien und Badewasserzusätze
–Haushaltchemikalien
Ammoniumchloridlösung 100g/l
– Schwimmbadsalze
Natriumhypochloridlösung 20g/l

Klassen
unglasiert: UA/UB/UC*
glasiert: GA/GB/GC*

Beständigkeit gegen Säuren und Laugen
– Geringe Konzentration (L)
a) Salzsäurelösung 3%
b) Zitronensäurelösung 100g/l
c) Kaliumhydroxidlösung 30g/l
– Hohe Konzentration (h)
a) Salzsäurelösung 18%
b) Milchsäurelösung 5%
c) Kaliumhydroxidlösung 100g/l

Klassen
unglasiert: ULA/ULB/ULC bzw. UHA/UHB/UHC*
glasiert: GLA/GLB/GLC bzw. GHA/GHB/GHC*

Säureschutzbau und Apparatebau
Die Beständigkeit für den Säureschutzbau DIN EN 993-16 oder den chemischen Apparatebau DIN 28062 ist Einzelprüfungen vorbehalten.

2. Fleckbeständigkeit, DIN EN ISO 10545-14

Fleckenbildner
– Spurenbildende Fleckenbildner
Grüne Fleckenbildner in Öl
Rote Fleckenbildner in Öl
– Fleckenbildner chemisch
Jod, 13g/l in Alkohol
– Filmbildende Fleckenbildner
Olivenöl
Reinigung (im Rahmen der Prüfung)
– Reinigungsmittel
Heißes Wasser (+55 °C)
Schwaches Reinigungsmittel
Starkes Reinigungsmittel
– Lösungsmittel
Salzsäurelösung 3%
Kaliumhydroxid 200g/l
Aceton

3. Blei- und Cadmiumabgabe

Die glasierten Oberflächen werden einer Essig‑
säurelösung ausgesetzt. Anschließend wird die Menge des abgegebenen Bleis und Cadmiums bestimmt.
Klassen
Kl. 5 / Kl. 4 / Kl. 3 / Kl. 2 / Kl. 1**

* Klasse A weist hierbei die höchste chem. Beständigkeit auf, die nach C immer mehr abnimmt.

** Klasse 5 weist hierbei die höchste Fleckbeständigkeit auf, die nach 1 immer mehr abnimmt. Die glasierten Oberflächen werden einer Essigsäurelösung ausgesetzt. Anschließend
wird die Menge des abgegebenen
Bleis und Cadmiums bestimmt.

Die hier veröffentlichten Angaben und Zitate aus Produkt- und Prüfnormen sind lediglich als unverbindliche Hinweise zu betrachten. Es gelten die jeweils aktuellsten Fassungen der jeweiligen Quellen.

1. Reibungskoeffizient/Trittsicherheit/Rutschhemmung

Die Arbeitsstättenverordnung und die Unfallverhütungsvorschriften verlangen, dass Fußböden eben, rutschhemmend und reinigungsfreundlich sein müssen. Besondere Schutzmaßnahmen gegen Ausgleiten sind erforderlich, wenn durch den Umgang mit Wasser, Öl, Schlamm, Fett oder Abfällen Rutschgefahr besteht. Bei der Auswahl der Belagstoffe ist darauf Rücksicht zu nehmen. Diese klare Forderung stützt sich auf Untersuchungen der Versicherungsträger, die ergaben, dass unter allen Unfallursachen das Ausrutschen an erster Stelle steht.

1.1. Gewerbebereiche

Zuständig
Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, Zentralstelle für Unfallverhütung und Arbeitsmedizin, Alte Heerstraße
111, 53754 St. Augustin, Fachausschuss „Bauliche Einrichtungen“.

Prüfnorm: DIN 51130
DIN 51130:2014-02 Prüfung von Bodenbelägen, Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft, Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit Rutschgefahr, Begehungsverfahren, Schiefe Ebene

Merkblatt
BGR/GUV-R 181 „Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr“des Sachgebiets „Bauliche Einrichtungen und Handel“ im Fachbereich „Handel und Logistik“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Prüfverfahren: Schiefe Ebene, Begehung mit Sicherheitsschuhen, Gleitmedium Öl. Die Oberflächengestaltung kann eben, feinrau, rau oder profiliert sein.

Verdrängungsraum
Der Verdrängungsraum (V4-V10) ist der offene Hohlraum zwischen Gehebene und Entwässerungsebene bei profilierten Oberflächen.

Neigungswinkel
Die angegebenen Neigungswinkel dienen ausschließlich zur Zuordnung der Bewertungsgruppen und sind nicht mit den Neigungswinkeln von Schrägen/Rampen gleichzusetzen.

Geforderte Bewertungsgruppen
im Arbeitsbereich

Bewertungsgruppen
Die geforderten Bewertungsgruppen sind in einer detaillierten Tabelle gleitgefährderter Arbeitsbereiche zusammengestellt (siehe nächste Seite).

Gesetzesgrundlage
Die Arbeitsstättenverordnung als auch die Unfallverhütungsvorschriften verlangen, dass Fußböden eben, rutschhemmend und leicht zu reinigen sein müssen. Resultat dieser Forderungen ist das Merkblatt BGR 181 – Merkblatt für Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr.

Arbeitsräume, -bereiche und betriebliche Verkehrswege Bewertungsgruppe der Rutschgefahr (R-Gruppe) Verdrängungsraum mit Kennzahl für das Mindestvolumen
Allgemeine Arbeitsräume und - bereiche*)
Eingangsbereiche, innen**) R9
R11 oder R10 V 4
Treppen, innen***) R9
Außentreppen R11 oder R10 V 4
Schrägrampen, innen***) (z. B. Rollstuhl- rampen, Ausgleichsschrägen, Trans- portwege) Eine R-Gruppe höher als für den Zugangsbelag er-forderlich V-Wert des Zugangsbelags, falls zutreffend
Sanitärräume
Toiletten R9
Umkleide- und Waschräume R10
Pausenräume (z.B. Aufenthaltsraum, Betriebskantinen) R9
Erste-Hilfe-Räume und vergleichbare Einrichtungen (siehe ASR A4.3) R9
Herstellung von Margarine, Speisefett, Speiseöl
Fettschmelzen R13 V 6
Speiseölraffinerie R13 V 4
Herstellung und Verpackung von Marga- rine R12
Herstellung und Verpackung von Speise- fett, Abfüllen von Speiseöl R12
Milchbe- und -verarbeitung, Käseher- stellung
Frischmilchverarbeitung einschließlich Butterei R12
Käsefertigung, -lagerung und Verpa- ckung R11
Speisefabrikation R12
Schokoladen- und Süßwarenherstellung
Zuckerkocherei R12
Kakaoherstellung R12
Rohmassenherstellung R11
Eintafelei, Hohlkörper- und Pralinenfabri- kation R11
Herstellung von Backwaren (Bäckerei- en, Konditoreien, Dauerbackwaren- Herstellung)
Teigbereitung R11
Räume, in denen vorwiegend Fette oder flüssige Massen verarbeitet werden R12
Spülräume R12 V 4
Schlachtung, Fleischbearbeitung, Fleischverarbeitung
Schlachthaus R13 V 10
Kutterraum, Darmschleimerei R13 V 10
Fleischzerlegung R13 V 8
Wurstküche R13 V 8
Kochwurstabteilung R13 V 8
Rohwurstabteilung R13 V 6
Wursttrockenraum R12
Darmlager R12
Pökelei, Räucherei R12
Geflügelverarbeitung R12 V 6
Aufschnitt- und Verpackungsabteilung R12
Handwerksbetrieb mit Verkauf R12 V 8****)
Be- und Verarbeitung von Fisch, Fein- kostherstellung
Be- und Verarbeitung von Fisch R13 V 10
Feinkostherstellung R13 V 6
Mayonnaiseherstellung R13 V 4
Gemüsebe- und -verarbeitung
Sauerkrautherstellung R13 V 6
Gemüsekonservenherstellung R13 V 6
Sterilisierräume R11
Räume, in denen Gemüse für die Verar- beitung vorbereitet wird R12 V 4
Nassbereiche bei der Nahrungsmittel- und Getränkeherstellung (soweit nicht besonders erwähnt)
Lagerkeller, Gärkeller R10
Getränkeabfüllung, Fruchtsaftherstellung R11
Küchen, Speiseräume
Gastronomische Küchen (Gaststättenküchen, Hotelküchen) R12
Küchen für Gemeinschaftsverpflegung in Heimen, Schulen, Kindertageseinrichtun- gen, Sanatorien R11
Küchen für Gemeinschaftsverpflegung in Krankenhäusern, Kliniken R12
Großküchen für Gemeinschaftsverpfle- gung in Mensen, Kantinen, Fernküchen R12 V 4
Aufbereitungsküchen (Fast-Food-Küchen, Convenience- und Imbissbetriebe) R12
Auftau- und Anwärmküchen R10
Kaffee- und Teeküchen, Küchen in Ho- tels-Garni, Stationsküchen R10
Spülräume
Spülräume zu 9.1, 9.4, 9.5 R12 V 4
Spülräume zu 9.2 R11
Spülräume zu 9.3 R12
Speiseräume, Gasträume, Kantinen, ein- schließlich Serviergängen R9
Kühlräume, Tiefkühlräume, Kühlhäu- ser, Tiefkühlhäuser
für unverpackte Ware R12
für verpackte Ware R11
Verkaufsstellen, Verkaufsräume
Warenannahme Fleisch
für unverpackte Ware R11
für verpackte Ware R10
Warenannahme Fisch R11
Bedienungsgang für Fleisch und Wurst
für unverpackte Ware R11
für verpackte Ware R10
Bedienungsgang für Fleisch und Wurst, verpackte Ware R10
Bedienungsgang für Molkerei- und Fein- kosterzeugnisse, unverpackte Ware R10
Bedienungsgang für Fisch
für unverpackte Ware R12
für verpackte Ware R11
Bedienungsgänge, ausgenommen Nr. 11.3 bis 11.6 R9
Fleischvorbereitungsraum
zur Fleischbearbeitung, ausgenommen Nr. 5 R12 V 8
zur Fleischverarbeitung, ausgenommen Nr. 5 R11
Blumenbinderäume und -bereiche R11
Verkaufsbereiche mit Backöfen
zum Herstellen von Backware R11
zum Aufbacken vorgefertigter Backware R10
Verkaufsbereiche mit Fritteusen oder Grillanlagen R12 V 4
Verkaufsräume, Kundenräume R9
Vorbereitungsbereiche für Lebensmittel zum SB-Verkauf R10
Kassenbereiche, Packbereiche R9
Verkaufsbereiche im Freien R11 oder R10 V 4
Räume des Gesundheitsdienstes/der Wohlfahrtspflege
Desinfektionsräume (nass) R11
Vorreinigungsbereiche der Sterilisation R10
Fäkalienräume, Ausgussräume, unreine Pflegearbeitsräume R10
Sektionsräume R10
Räume für medizinische Bäder, Hydrothe- rapie, Fango-Aufbereitung R11
Waschräume von OP's, Gipsräume R10
Sanitäre Räume, Stationsbäder R10
Räume für medizinische Diagnostik und Therapie, Massageräume R9
OP-Räume R9
Stationen mit Krankenzimmern und Flure R9
Praxen der Medizin, Tageskliniken R9
Apotheken R9
Laborräume R9
Friseursalons R9
Wäscherei
Räume mit Durchlaufwaschmaschinen (Waschröhren) oder mit Waschschleu- dermaschinen R9
Räume mit Waschmaschinen, bei denen die Wäsche tropfnass entnommen wird R11
Räume zum Bügeln und Mangeln R9
Kraftfutterherstellung
Trockenfutterherstellung R11
Kraftfutterherstellung unter Verwendung von Fett und Wasser R11 V 4
Lederherstellung, Textilien
Wasserwerkstatt in Gerbereien R13
Räume mit Entfleischmaschinen R13 V 10
Räume mit Leimlederanfall R13 V 10
Fetträume für Dichtungsherstellung R12
Färbereien für Textilien R11
Lackierereien
Nassschleifbereiche R12 V 10
Pulverbeschichtung R11
Lackierung R10
Keramische Industrie
Nassmühlen (Aufbereitung keramischer Rohstoffe) R11
Mischer Umgang mit Stoffen wie Teer, Pech, Gra- phit, Kunstharzen
Pressen (Formgebung) Umgang mit Stoffen wie Teer, Pech, Gra- phit, Kunstharzen R11 V 6
Gieß-, Druckgussbereiche R12
Glasierbereiche R12
Be- und Verarbeitung von Glas und Stein
Steinsägerei, Steinschleiferei R11
Glasformung von Hohlglas, Behälterglas R11
Schleifereibereiche für Hohlglas, Flach- glas R11
Isolierglasfertigung Umgang mit Trockenmittel R11 V 6
Verpackung, Versand von Flachglas Umgang mit Antihaftmittel R11 V 6
Ätz- und Säurepolieranlagen für Glas R11
Betonwerke
Betonwaschplätze R11
Lagerbereiche
Lagerräume für Öle und Fette R12 V 6
Lagerräume für verpackte Lebensmittel R10
Lagerbereiche im Freien R11 oder R10 V 4
Chemische und thermische Behand- lung von Eisen und Metall
Beizereien R12
Härtereien R12
Laborräume R11
Metallbe- und -verarbeitung, Metall- Werkstätten
Galvanisierräume R12
Graugussbearbeitung R11 V 4
Mechanische Bearbeitungsbereiche (z.B. Dreherei, Fräserei), Stanzerei, Presserei, Zieherei (Rohre, Drähte) und Bereiche mit erhöhter Öl-Schmiermittelbelastung R11 V 4
Teilereinigungsbereiche, Abdämpfberei- che R12
Werkstätten für Fahrzeug- Instandhaltung
Instandsetzungs- und Wartungsräume R11
Arbeits- und Prüfgrube R12 V 4
Waschhalle, Waschplätze R11 V 4
Werkstätten für das Instandhalten von Luftfahrzeugen
Flugzeughallen R11
Werfthallen R12
Waschplätze R11 V 4
Abwasserbehandlungsanlagen
Pumpenräume R12
Räume für Schlammentwässerungsanla- gen R12
Räume für Rechenanlagen R12
Standplätze von Arbeitsplätzen, Arbeits- bühnen und Wartungspodeste R12
Feuerwehrhäuser
Fahrzeug-Stellplätze R12
Räume für Schlauchpflegeeinrichtungen R12
Funktionsräume in der Atemschutz- Übungsanlage
Vorbereitungsraum R10
Konditionsraum R10
Übungsraum R11
Schleuse R10
Zielraum R11
Wärmegewöhnungsraum R11
Leitstand R9
Schulen und Kindertageseinrichtungen
Eingangsbereiche, Flure, Pausenhallen R9
Klassenräume, Gruppenräume R9
Treppen R9
Toiletten, Waschräume R10
Lehrküchen in Schulen (siehe auch Nr. 9) R10
Küchen in Kindertageseinrichtungen (siehe auch Nr. 9) R10
Maschinenräume für Holzbearbeitung R10
Fachräume für Werken R10
Pausenhöfe R11 oder R10 V 4
Geldinstitute
Schalterräume R9
Betriebliche Verkehrswege in Außen- bereichen
Gehwege R11 oder R10 V 4
Laderampen
überdacht R11 oder R10
nicht überdacht R12 oder R11 V 4
Schrägrampen (z.B. für Rollstühle, Ladebrücken) R12 oder R11 V 4
Betankungsbereiche
überdacht R11 V 4
nicht überdacht R12
Parkbereiche
Garagen, Hoch- und Tiefgaragen ohne Witterungseinfluss*****) R10
Garagen, Hoch- und Tiefgaragen mit Wit- terungseinfluss R11 oder R10 V 4
Parkflächen im Freien R11 oder R10 V 4
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*) für Fußböden in barfuß begangenen Nassbereichen siehe GUV-Information „Bodenbeläge für nassbelastete Barfußbereiche“ (GUV-I 5827)
**) Eingangsbereiche gemäß Nummer 0.1 sind die Bereiche, die durch Eingänge direkt aus dem Freien betre-ten werden und in die Feuchtigkeit von außen hereingetragen werden kann (siehe auch Punkt 6 Absatz 3, Verwendung von Schmutz- und Feuchtigkeitsaufnehmer). Für anschließende Bereiche oder andere großflächige Räume ist Punkt 4 Abs. 10 zu beachten.
***) Treppen, Rampen gemäß Nummer 0.3 und 0.5 sind diejenigen, auf die Feuchtigkeit von außen hineingetra-gen werden kann. Für anschließende Bereiche ist Punkt 4 Abs. 10 zu beachten.

****) Wurde überall ein einheitlicher Bodenbelag verlegt, kann der Verdrängungsraum auf Grund einer Gefährdungsbeurteilung (unter Berücksichtigung des Reinigungsverfahrens, der Arbeitsabläufe und des Anfalls an gleitfördernden Stoffen auf den Fußboden) bis auf V 4 gesenkt werden.